Nalan & Dorin, die ABF´s

Berühmt und edel soll es bitte sein…

Ina´s Kleid

Text verfasst von Dorin

Alles fing mit einer Whats App an: „Hallo, du kannst doch auch Kleider nähen, oder?“

So meine 13 jährige Nichte… Ok… Ich ließ mir ein Foto schicken: “ An was für ein Kleid denkst du denn?“
Dann der Schock! Keira Knightley auf dem roten Teppich! Ein ABENDKLEID – und es muss fertig sein bis zum 24.02.! Nur noch 5 Wochen!
Ich musste erst einmal meine ABF fragen. Ist das überhaupt möglich?
„Na klar!“ … war ja auch nicht anders zu erwarten. Sie liebt nun mal Herausforderungen. Noch am selben Wochenende hatte sie zwei Beispiele an ihrer Schneiderpuppe drapiert.

Und meine Nichte? Sie war begeistert! Also! Los geht´s! Ab jetzt jeden Freitag Abend viele Stunden gemeinsame Kreativität! 4 Freitag Abende und 24 Arbeitsstunden später war das Projekt beendet.
Natürlich wurde Ina Woche für Woche mit aktuellen Bildern versorgt („Wie weit seid ihr? Bekomme ich ein Foto?“).
Am 1. Freitag hatten wir zumindest schon einmal die Idee im Kopf und vom Rock das Vorderteil und das halbe Rückenteil geschafft (Bild 1)
Am 2 Freitag war der Rock dann fertig, und sogar den Unterrock hatten wir bis auf eine Seitennaht fertig! Das Oberteil habe ich bei H&M gefunden, so konnte man an der Puppe direkt schon das Kleid erahnen (Bild 2).

Bild 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild 2

Am 3. Freitag haben wir uns an das Oberteil gemacht. Die ursprünglich langen Ärmel hat Nalan kurzerhand abgeschnitten und die Kanten von Hand versäumt. Außerdem haben wir noch etliche Rüschen aus Spitze genäht, welche nur im unteren Bereich des Rockes angenäht wurden. Dann hatte Nalan noch die Idee für den tollen Gürtel, der vorerst nur mit Stecknadeln ans Kleid geheftet wurde (Bild 4 und 5)

 

  Bild 4
 
Bild 5
Bild 6
Am 4. Freitag haben wir uns dann nur noch um den Gürtel kümmern müssen. Wir haben die Schleife neu gebunden und mit einigen Stichen arretiert und schwarz Kam Snaps Knöpfe als Schließe angebracht. (Bild 6)
Gestern wurde das Kleid dann endlich der glücklichen Trägerin übergeben. Es mussten nur kleine Änderungen am Oberteil vorgenommen werden, ansonsten saß es toll.
Nächste Woche ist dann der große Tag, an dem das Kleid „der Öffentlichkeit“ präsentiert wird. Dass heißt also: nun warten WIR auf ein paar Fotos von Ina´s Kleid auf dem rotem Teppich 🙂
Oberrock als Stufenrock genäht aus:
  • 2 ausrangierte, dünne/leichte Vorhänge
  • Gummiband für das Bündchen
  • Tüll für die Rüschen und für noch mehr Volumen

Unterrock genäht aus:

  • ca. 1 Meter vom Vorhangsschal
  • Reststück eines gestärkten Tüllrocks
  • Organza für mehr Volumen
  • Gummiband für das Bündchen

Oberteil: von H&M – jedoch komplett umgewandelt und umgestaltet

Ziergürtel genäht aus:

  • 1 Meter langer, ausgedienter, schwarzer Mantelgurt
  • schwarz weiß kariertes 80er Jahre Halstuch (quadratisch)
  • Haarschmuck mit Federn und Perlen aus Bastelvorrat
  • schwarzes Satinband

                                       


Ein Kleid aus Zeitungspapier – warum denn nicht?


Eines Tages las ich in der Markt Zeitung, dass auf dem diesjährigen Oldesloer Stadtfest ein Wettbewerb stattfinden soll: „Nähe etwas zum Anziehen aus Zeitungspapier“. Der Veranstalter stellte jedem,. der mitmachen will, sogar kostenlos Vlieseline zur Verfügung! Diese unter Zeitung genäht, soll Zeitung nähbar und reißfest machen. So die Empfehlung. Sofort informierte ich also meine liebe Freundin Dorin, dass ich unbedingt mitmachen will und dafür ihre Hilfe benötige.

Dorin´s Begeisterung hielt sich erst in Grenzen, doch dann überzeugte ich sie und wir fanden uns bald an meiner Schneiderpuppe wieder. Ganz nach dem Motto „nicht denken – machen“, kreierten wir über Stunden an einem -in unseren Augen- bestimmt preisverdächtigen Kleid.

Wenn uns jemand dabei beobachtet hätte, wie wir zu zweit mit vier Händen um die Nähmaschine schoben, zogen und nähten… Das Bild war mit Sicherheit zum Schreien und erinnerte vermutlich an das Spiel „Twister“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stündlich kamen neue Ideen. So färbten wir Zeitungspapier in knalligen Farben, schnitten Sterne aus, bügelten diese wiederum auf bunten Filz um dann die Sterne auf den bereits fertigen (!!!) Rock zu nähen. (Tipp: solltet ihr auch einmal einen Zeitungsrock nähen wollen, appliziert ERST und näht dann den Rock zusammen *lach*)

Volumen bekamen wir durch die eingenähten Falten. Diese fixierten wir unter einer Schärpe.

 

Einen „modernen Touch“ erhielt der Rock noch durch den gerade angesagten „Vokuhila“ Schnitt.

Am Ende schnitt ich noch viele kleine Sterne aus und nähte diese – sozusagen als „Spitzenbordüre“ – an den Rocksaum.

Als Oberteil nähten wir ein Bustier. Auch hier wurden die Kanten farblich hervorgehoben, indem wir wieder Zeitungspapier einfärbten und dann wie ein Schrägband falteten und bügelten.

Viele Handgriffe später hatten wir es dann geschafft. Nun gab es nur noch ein Problem. Ich erfuhr, dass das Kleid auf einem Laufsteg präsentiert werde soll. Wir brauchten also ein Model. Dorin wollte partout das Kleid nicht auf dem Laufsteg präsentieren: „Nö! Deine Idee – das kannst du schön machen“ 😉 An dieser Stelle muss man dazu sagen, dass wir die ganze Zeit an einer Gr. 36 Schneiderpuppe genäht haben… passt das uns überhaupt?

Letztendlich habe ich dann tatsächlich den Mut zusammen genommen und unser Kleid auf dem Laufsteg präsentiert. Was für ein Erlebnis, was für ein Erfolg. Tobender Applaus, Blitzlichtgewitter…. und….. tataaaaaa: Wir haben den 1. Platz belegt! Die Initiatiorin, die bereits einige Erfahrung beim Nähen mit Zeitungspapier hatte, lobte unsere Arbeit wegen der eigentlich nicht zu empfehlenden genähter Faltenlegung, der eingearbeiteten Klettverschlüsse und der Applikationen. *Stolz*

Es war ein tolles Erlebnis und eine unvergessliche Erfahrung.

Hier sind 2 Links zu Stormarner Tageblatt, Artikel zum Kleid….

Bericht vor dem Wettbewerb

Bericht nach dem Wettbewerb