Zeitungskleid – nähen mit Zeitungspapier

Ein Kleid aus Zeitungspapier – warum denn nicht?


Eines Tages las ich in der Markt Zeitung, dass auf dem diesjährigen Oldesloer Stadtfest ein Wettbewerb stattfinden soll: „Nähe etwas zum Anziehen aus Zeitungspapier“. Der Veranstalter stellte jedem,. der mitmachen will, sogar kostenlos Vlieseline zur Verfügung! Diese unter Zeitung genäht, soll Zeitung nähbar und reißfest machen. So die Empfehlung. Sofort informierte ich also meine liebe Freundin Dorin, dass ich unbedingt mitmachen will und dafür ihre Hilfe benötige.

Dorin´s Begeisterung hielt sich erst in Grenzen, doch dann überzeugte ich sie und wir fanden uns bald an meiner Schneiderpuppe wieder. Ganz nach dem Motto „nicht denken – machen“, kreierten wir über Stunden an einem -in unseren Augen- bestimmt preisverdächtigen Kleid.

Wenn uns jemand dabei beobachtet hätte, wie wir zu zweit mit vier Händen um die Nähmaschine schoben, zogen und nähten… Das Bild war mit Sicherheit zum Schreien und erinnerte vermutlich an das Spiel „Twister“.

Stündlich kamen neue Ideen. So färbten wir Zeitungspapier in knalligen Farben, schnitten Sterne aus, bügelten diese wiederum auf bunten Filz um dann die Sterne auf den bereits fertigen (!!!) Rock zu nähen. (Tipp: solltet ihr auch einmal einen Zeitungsrock nähen wollen, appliziert ERST und näht dann den Rock zusammen *lach*)

Volumen bekamen wir durch die eingenähten Falten. Diese fixierten wir unter einer Schärpe.

Einen „modernen Touch“ erhielt der Rock noch durch den gerade angesagten „Vokuhila“ Schnitt.

Am Ende schnitt ich noch viele kleine Sterne aus und nähte diese – sozusagen als „Spitzenbordüre“ – an den Rocksaum.

Als Oberteil nähten wir ein Bustier. Auch hier wurden die Kanten farblich hervorgehoben, indem wir wieder Zeitungspapier einfärbten und dann wie ein Schrägband falteten und bügelten.

Viele Handgriffe später hatten wir es dann geschafft. Nun gab es nur noch ein Problem. Ich erfuhr, dass das Kleid auf einem Laufsteg präsentiert werde soll. Wir brauchten also ein Model. Dorin wollte partout das Kleid nicht auf dem Laufsteg präsentieren: „Nö! Deine Idee – das kannst du schön machen“ 😉 An dieser Stelle muss man dazu sagen, dass wir die ganze Zeit an einer Gr. 36 Schneiderpuppe genäht haben… passt das uns überhaupt?

Letztendlich habe ich dann tatsächlich den Mut zusammen genommen und unser Kleid auf dem Laufsteg präsentiert. Was für ein Erlebnis, was für ein Erfolg. Tobender Applaus, Blitzlichtgewitter…. und….. tataaaaaa: Wir haben den 1. Platz belegt! Die Initiatiorin, die bereits einige Erfahrung beim Nähen mit Zeitungspapier hatte, lobte unsere Arbeit wegen der eigentlich nicht zu empfehlenden genähter Faltenlegung, der eingearbeiteten Klettverschlüsse und der Applikationen. *Stolz*

Es war ein tolles Erlebnis und eine unvergessliche Erfahrung.

Hier sind 2 Links zu Stormarner Tageblatt, Artikel zum Kleid….

Bericht vor dem Wettbewerb

Bericht nach dem Wettbewerb

 

 

 

 

 

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